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Mülenbach

&Genuss mit Höhen und Tiefen

Eine "Kleine Saarschleife" weit weg von der Saar. Dazu eine Burg, die man nicht sehen kann und eine "Schloßstraße", an deren Ende statt einem Schloss herrliche Wiesen auf den Wanderer warten – keine Frage, die "Mühlenbach-Schluchtentour" in Saarwellingen ist für so manches Kuriosum gut, in einem allerdings hält sie Wort: Die ominöse Schlucht, die gibt es tatsächlich...




Schluchten haben etwas Wildes, etwas Abenteuerliches und zugleich Unheimliches wie Faszinierendes an sich. Wer sich jedoch hinein wagt, der wird auf Unbekanntes stoßen, lässt sich ein auf ihren wilden Charme, auf ihre Überraschungen, auf ihre erlebnisreiche Wegedramaturgie. Die "Mühlenbach-Schluchtentour", rund um jene tiefe Kerbe in der sanft-hügeligen Landschaft von Saarwellingen, ist ein exzellentes Beispiel dafür. Sie lädt Wanderer zum steten Perspektivwechsel ein – im "Bauch der Erde", an lauschigen Waldsäumen und durch weite Wiesenlandschaften....
Rund zehn Kilometer ist sie lang, die "Litermont-Gipfel-Tour", überwindet insgesamt 424 Höhenmeter und zählt – mit 84 von 100 möglichen Erlebnispunkten laut Deutschem Wanderinstitut – zur absoluten Spitzenklasse der bundesdeutschen "Premium-Wanderwege-Elite".

Die bewirtschaftete Hütte des Saarwaldvereins als Startpunkt ist schon mal ein guter Anfang, denn die Aussicht auf ein Bierchen zum Abschluss ist eine aufmunternde Perspektive.

Zu Beginn ist alles im "grünen" Bereich – herrlicher Laubwald und satt-grüne Wiesen lassen die ersten Wanderminuten wie im Flug vergehen. Mitten durch diese Wiese verläuft die "Schloßstraße", so wird sie jedenfalls genannt, führte sie doch einst zur Burg Hesebach. Diese lag am "Alten Schloßberg" auf der sogenannten "Kriegswiese". Wahrscheinlich wurde sie Mitte des 14. Jahrhunderts von der Ettendorfer Linie der Edelherren von Saarbrücken erbaut und hat wohl auch das Mittelalter überdauert. Umso geheimnisvoller ist das Schicksal des Gemäuers, denn nicht ein einziger Stein ist heute mehr in der Landschaft zu sehen. Allein die inzwischen geteerte Zufahrt, die – wie mit dem Lineal gezogene – "Schloßstraße" erinnert an die Burg. Entlang einer Obstplantage, deren Apfelbäume sich gerade unter der vitaminreichen Last zum Boden biegen, geht es idyllisch weiter.


Der schnee-weiße Förderturm der Schachtanlage Nord wirkt inmitten bunt-blumiger Wiesen wie ein mächtiger "Burgturm der Moderne" und plötzlich beginnt – hinter einer dichten Ecke – recht unverhofft der Einstieg in die Unterwelt. Mit einem Schlag wird es dunkel, das strahlende Licht der Sommersonne bleibt draußen auf der Wiese zurück. Was für ein Kontrast!
Das Wasser des Mühlenbaches plätschert laut und deutlich, denn hier beginnt sein Revier. Tropisch und wild seine schmalen Uferbereiche, in denen sich zahlreiche "lichtscheue" Sumpfpflanzen drängen. Es ist eine eigene Welt im diffusen Licht einer fast verschwenderisch wirkenden Vegetation. Immer tiefer geht es mit dem Wasser des Mühlenbaches in die Erde hinein. Nach und nach werden die Erdwände höher, die Schlucht wird enger, das Wasser wilder und der Weg abenteuerlicher. Immer wieder wechselt der Wanderer mittels Trittsteinen, Stegen und Brückchen die Seiten, sucht mal links, mal rechts vom Wasser einen Weg durch den Schluchtengrund.

"Die kleine Saarschleife" wird sie bei den Einheimischen genannt, und dies, obwohl die Saar kilometerweit entfernt liegt. Sachlich falsch, ist es auch eher eine Art "Adelung" des kleinen Mühlenbaches, der hier in seiner Schlucht eine ganz besondere Leistung vollbracht hat. Von oben, nennen wir es mal die "Mühlenbach-Cloef", sieht es wirklich wie eine "Bach"-Schleife aus, die sich durch die enge Schlucht windet – und der kleine Mühlenbach hat sie in vielen Jahrtausenden durch den Sandstein gefräst.
Ein schönes Plätzchen, weit ab jeglicher Touristenströme. Diese Schleife haben die Wanderer der Mühlenbach-Schluchtentour exklusiv...

Aus der Schlucht ans Licht. Am Waldrand erwarten den Wanderer Kornfelder soweit das Auge reicht. Es folgt eine längere Aussichtspassage auf weite Felder und Wiesenlandschaften, alles ganz idyllisch, ganz relaxt. Dies bleibt auch so, denn Steigungen gibt es auf dieser Tour, außerhalb der Schlucht, keine.

Die Schönstatt-Kapelle liegt einfach wunderbar. Eine gemütliche Sinnenbank vor der Kapelle sorgt gleich für das richtige Panorama-Feeling, denn zu sehen gibt es einiges: Neben der Gemeinde Saarwellingen sind die Ensdorfer Bergehalde, der Europa-Sender Berus, der Limberg sowie der Litermont zu erkennen. Davor weite Wiesen und Felder – ein echtes Wohlfühlplätzchen.
Direkt hinter der Kapelle geht es am Waldsaum weiter, die herrliche Aussicht bleibt dem Wanderer dabei erhalten. Ein erdiger, manchmal auch sumpfiger Waldsaumweg entlang des natürlichen Hessbaches schließt sich wenig später an und führt zurück zur bewirtschafteten Hütte des Saarwaldvereins, dem idealen Platz um diese Wanderung zünftig ausklingen zu lassen...



Premiumwanderweg

"MÜHLENBACH-SCHLUCHTENTOUR"



Länge: 11,0 km
Gehzeit: 3,5 Stunden
Empfohlene Gehrichtung:
Im Uhrzeigersinn
Höhenmeter: 200 m

Profil: Schöne Wald- und Wiesenpassagen mit reizvollen Panoramen führen zur eigentlichen Attraktion dieses relaxten Premiumvergnügens, der tiefen Schlucht des Mühlenbaches. Hier werden die Urgewalten eines kleines Baches erlebbar, wie er sich tief in den Sandstein eingegraben hat. Ein aufwändiges System aus Stegen, Brücken und Stufen macht dies wunderbar erlebbar.
Startpunkt: Wanderparkplatz an der Schutzhütte des Saarwaldvereins von Saarwellingen.
Anreise: Mit dem Auto: Über die Autobahn A 8, Ausfahrt Saarwellingen. Von dort aus weiter auf der B405 nach Saarwellingen. Im Kreisel weiter in Richtung Lebach auf der L142. Nach rund 2 Kilometern der Hinweistafel "Schutzhütte des Saarwald-Vereins" nach rechts folgen (gegenüber Wildfreigehege "Wolfsrath")
Beste Zeit: April bis Oktober. Bei Eis, Schnee und nach langen Regenfällen ist die Schlucht möglicherweise nicht begehbar.
Pkw-Navigation:
66793 Saarwellingen
Zertifiziert mit dem Deutschen Wandersiegel.
Erreichte Punktzahl:
60 Erlebnispunkte


Infos:
Gemeinde Saarwellingen,
Telefon 06838/9007-132,
www.saarwellingen.de